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Ab dem 1.Februar startete für mich das Kapitel "Brasilien" in Rio de Janeiro nachts um 1 Uhr bei sintflutartigem Regen. Am nächsten Tag konnte ich mich glücklicherweise an herrlichem Sonnenschein erfreuen, so dass es gleich an die Copacabana ging, um ein wenig Sonne zu tanken, Leute beim Flanieren zuzusehen und für die Eintracht brasilianische Nachwuchsstrandkicker zu sichten.. :)
Abends bin ich dann mit Leuten aus dem Hostal auf eine Straßenparty im Stadtteil Lapa gegangen, da der Karneval schon am vorigen Tag begonnen hatte (er dauert in Rio eine Woche lang).Leider war dieser sonnige Tag der Einzige während meines Aufenthalts in Rio de Janeiro.. Die anderen Tage regnete es fast ununterbrochen und nur ab und zu verschonte mich der bewölkte Himmel..Nichtsdestotrotz machte ich das Beste aus der Zeit und besuchte am Sonntag, meinem dritten Tag in Rio das weltberühmte Fußballstadion Maracanã, welches mit 200.000 Zuschauern bei einem Fußballspiel wohl einen Rekord für die Ewigkeit hält. Mit dem Besuch des Spiels Botafogo gegen Vasco da Gama (3:2 für Botafogo, ein Wahnsinnsspiel!!) erfüllte ich mir den Traum einmal ein Spiel in diesem legendären Stadion zu sehen.



Nicht fehlen durfte natürlich der Besuch der Parade der Sambaschulen am Karnevalsmontag. An 2 Tagen streiten ingesamt 12 Schulen im Sambadromo um den Titel der besten Schulen. An jedem Abend präsentieren sich jeweils 6 Schulen nacheinander, wobei sie innerhalb 1 Stunde und 30 Minuten den Weg im Sambadromo zurückgelegt haben müssen. Ich war am zweiten Tag anwesend und durfte dem Spektakel welches von 20 Uhr bis 5 Uhr dauerte beiwohnen..
(dieses Bild ist aus dem Internet)








Schließlich ging es noch mit meinen Autauschfreunden Mat (Schweiz) und Stefania (Italien), die für 2 Tage nach Rio kamen, auf einen Karnevalsball. Wären Mat und ich nicht 2 schöne Frauen geworden?? :)


Straßenparade an der Copacabana..
Neben weiteren Straßenparaden stand dann schließlich noch Sightsseing der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Rios auf dem Programm.
Mit der Seilbahn ging es hinauf auf den Zuckerhut.. Toller Ausblick, oder?





Die Christo-Statur hoch über Rio de Janeiro..


Letztlich bleibt nur zu sagen, dass Rio de Janeiro wirklich eine wahnsinnig tolle Stadt ist! Nicht zu letzt auf Grund seiner geographischen Lage zwischen vielen Bergen direkt am Meer ist die Stadt ein absolutes Highlight meiner Reise gewesen!
Potosí an sich ist keine besonders schöne Stadt. Im frühen 17. Jahrhundert war es auf Grund seines Silber- und Zinnvorkommens eine der größten Städte der Welt und auch heute noch ist die Stadt sehr vom Bergbau dieser Metalle abhängig. Da die Vorkommen jedoch nur noch ca. 10 Jahre ausreichen werden ist der Niedergang dieser Stadt eigentlich schon so gut wie sicher..Der Hauptgrund um nach Potosí zu kommen war für uns die Minen zu sehen und dort auch einmal mitarbeiten zu können. Es ist schon verrückt zu sehen wie 13-jährige Kinder in den Minen schuften und die Leute mit 40 Jahren an einer verstaubten Lunge sterben, wenn sie nicht schon vorher bei Unfällen im Berg umkamen. Letztes Jahr starben über 30 Bergleute bei Einstürzen..Potosí..
Das Erlebnis in den Minen war wirklich sehr intensiv, da man auf dieser Höhe nach wenigen Meter schon total fertig ist, die Schächte teilweise so niedrig sind, dass man auf allen Vieren kriechen muss und die Luft sehr heiss und extrem verstaubt ist.. Trotz allem haben wir uns nicht davon abhalten lassen kurz mitzuarbeiten! :) Als Gegenleistung dafür, dass wir mitarbeiten durften haben wir den Bergleuten Zigaretten, Kokablätter und Dynamit mitgebracht. Ja, ihr lest richtig wir haben Dynamit gekauft! :) In Potosí kann man an fast jedem Marktstand Dynamit kaufen, da die Mehrheit der Bewohner in den Minen arbeitet. So kam es, dass wir für umgerechnet 1,70 Euro eine Stange Dynamit kauften.. Außerhalb der Minen liesen wir dann noch 2 Stangen für uns zünden. War ein Heidenspaß! :)Ich als Minenarbeiter..

Die Mine..



Der Minengott..
Ich bei der Arbeit..
Nach unserem Dschungeltrip ging es weiter nach Potosí, der höchstgelegensten Großstadt der Welt auf 4.070 Metern. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für eine verrückte Reise war!!Zunächst begann alles ganz normal (für bolivianische Verhältnisse) als wir nach 3-stündiger Verspätung endlich mit dem Bus Richtung Potosi starteten. Noch dachten wir, dass alles seinen gewohnten Gang gehen würde, doch als wir kurz vor Oruro (eine Stadt mehr oder weniger auf halbem Weg) an eine Straßenblockade kamen merkten wir schnell, dass es nun nicht mehr so einfach werden würde.. Aus einem Grund, den wir nicht wirklich rausbekamen protestierte eine Frauengruppe gegen irgendetwas und blockierte alle Ein- und Ausgänge zur Stadt. Da war guter Rat teuer! Zunächst liefen wir etwas Richtung Stadt, doch mit unserem ganzen Gepäck war das keine gute Idee, vor allem deswegen nicht, da wir ja auch aus der Stadt keine Möglichkeit hatten weiterzukommen. So kamen wir auf die Idee mit einem Taxi an die Straßenblockade im Süden zu fahren und dort zu versuchen einen blockierten Bus auf seinem Rückweg nach Potosí abzufangen. Leider klappte dies nicht ganz, doch man sagte uns, dass wir auch mit einem anderen Bus mitfahren könnten, welcher nur bis in ein Dorf 4 Stunden nördlich von Potosí fährt, wovon es aber kein Problem wäre in die Stadt zu kommen. So kamen wir irgendwann in diesem Minidorf mitten im Nichts an.. Leider stellte es sich heraus, dass hier nur alle paar Jahre mal ein Bus vorbeikommt.. Der Teil, den ich euch jetzt erzähle würde ich euch ohne Übertreibung als die verrückteste Reise meines Lebens beschreiben! :) Mit 3 Bolivianern engagierten wir einen Einheimischen mit Pickup, um mit diesem auf seiner Ladefläche nach Potosí zu fahren! Das war schon eine witzige Aktion und auch etwas halsbrecherisch, aber letztlich kamen wir wohlbehalten jedoch fast erfroren in Potosí an.. :)Das Dorf am Ende der Welt.. ;)
Die Reise..

